So planst du deinen perfekten Road Trip durch Norwegen

10 insider Tipps für deinen perfekten Road Trip durch Norwegen

Road Trips sind für mich die schönste Form des Reisens und das sage ich nicht weil ich Flugangst habe. Vielmehr genieße ich das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit, dass man auf solchen Trips verspürt. Vor einem liegen die endlosen Weiten der Natur und am Abend erzählt man sich untereinander Geschichten am Lagerfeuer und lässt dabei den aufregenden Tag Revue passieren. Wenn ich mir die wunderschönen Aufnahmen von Flightseeing so anschaue, erinnere ich mich an unseren Trip zurück und schwelge in Erinnerungen an die unglaublich tolle Zeit. Diese Naturgewalten – einfach Wahnsinn!

Im meinem Leben habe ich schon einige Road Trips geplant, zum Beispiel bin ich im neuseeländischen Winter die gesamte Nord und Südinsel abgefahren… Das heben wir uns aber lieber für ein anderes Mal auf (; Jedenfalls wurden meine ,,Road Trip Planungs-Skills’’ im letzten Jahr auf ein ganz neues Level gehoben, nämlich als wir uns entschieden hatten einen Road Trip durch Norwegen zu wagen. Ja genau, wagen! Denn so etwas ist meist leichter gesagt als getan, vor allem bei einem Land wie Norwegen, dass von der Länge und Breite her viel zu oft unterschätzt wird. Unser Ziel waren die Lofoten – ,,sind ja nur schlappe 7600 km hin und zurück, das wird schon’’…ganz so easy war es dann doch nicht. Glücklicherweise habe ich es schon immer geliebt, Reisen zu planen und so habe ich bestimmt 3 Wochen in die Vorbereitung unseres Trips gesteckt!

Was wir alles auf der Reise erlebt haben inkl. ein paar peinliche Geschichten meinerseits kannst du hier in meinem Travel Diary nachlesen!

Road Trip Norwegen
Foto: © Flightseeing.de

1. Wie komme ich überhaupt mit dem Auto nach Norwegen?

Die Anfahrt mit dem eigenen Auto/ Wohnmobil lohnt sich auf jeden Fall. Getreu dem Motto ,,Der Weg ist das Ziel’’ wurde für uns schon die Anreise zu einem Abenteuer. Von Deutschland aus gibt es mehrere Möglichkeiten mit dem Auto anzureisen. Wenn du es eilig hast, kann ich dir 2 verschiedene Varianten empfehlen – bei beiden kommst du allerdings nicht an einer Fährfahrt vorbei. Entscheidend ist auch ob du bis in den hohen Norden fahren möchtest oder ,,nur’’ bis Mitte Norwegen. Da wir recht weit in den Norden gefahren sind, haben wir uns für die erste Variante entschieden. Zum einen waren die Fähr- und Fahrtkosten insgesamt günstiger und zeitlich kommt es auf das Gleiche raus. Wir hatten sogar noch Zeit für einen Abstecher nach Göteburg und Fjällbacka.

  • Variante 1: Von Puttgarden aus nimmst du die Fähre nach Rødby (Dänemark); fährst dann weiter über die Öresund Brücke und entlang der E6 bis nach Oslo.
  • Variante 2: Du kannst aber auch über (Dänemark) von Hirtshals nach Kristiansand die Fähre nehmen.

 

2. Welches Auto ist bestens für meinen Road Trip geeignet und wieviel Zeit sollte ich einplanen?

Je nachdem wieviel Gepäck du dabei hast bzw. wie lange du unterwegs sein möchtest, lohnt es sich ein Jetbag (Dachbox) zu kaufen oder zu mieten. Für 3 Wochen haben wir uns glatt ein Jetbag gekauft – für uns immer noch günstiger als die Miete. Nach dem Trip haben wir es für 3/4 des Preises einfach bei Ebay verkauft und hatten so insgesamt weniger Kosten. Generell würde ich dir empfehlen, nimm so wenig wie möglich mit und packe smart. Je mehr Gepäck, desto unübersichtlicher wird es – vor allem, wenn du so wie wir, (fast) ausschließlich im Auto übernachtest. Glaub mir, ich spreche da aus Erfahrung. Wir sind beispielsweise mit einem Skoda Roomster unterwegs gewesen, das klappte ganz gut. Klar mussten wir das Auto bei jeder Übernachtung umräumen aber das gehört einfach zum Road Trip dazu. Irgendwann weiß jeder was zu tun ist und das Umräumen dauert nur noch wenige Minuten :P…obwohl ich mir schon so manches Mal ein voll ausgestattetes Wohnmobil herbeigesehnt habe.

Ein weiterer Punkt ist die Höhe deines Wagens. Um an der Küste entlang zu fahren wirst du um einige Fähren nicht herumkommen. Du bezahlst ab einer bestimmten Höhe etwas mehr, also solltest du dir gut überlegen ob du das schnieke Wohnmobil oder doch lieber den Kombi nimmst.

Wie ich schon erwähnt habe, unterschätzt man Norwegens Größe gerne mal. Auf der Karte sieht das alles ganz easy peasy aus, als ob man schnell von A nach B kommt. Ja, was soll ich sagen…ganz so leicht ist es leider nicht. Wir sind selber darauf reingefallen und haben für die Strecke Trondheim-Bodø gerade mal 9 Stunden eingeplant. Dass man auf norwegischen Straßen aber gerade mal 80 km/h fahren darf, wenn überhaupt! (die Straßen sind ziemlich kurvig) – tja, damit hatten wir nicht gerechnet. Dumm nur, dass wir die Fähre in Bodø erreichen mussten.

Was lernst du daraus: Ich würde den Zeitplan nicht zu straff halten und mir lieber etwas Puffer einbauen, man weiß nie welche Strecke einen erwartet. Du solltest die schönen Küsten und Bergstraßen in aller Ruhe genießen können und ausgiebige Fotostopps einplanen (:

Bei einer so weiten Strecke, solltest du unbedingt ein Check-Up in der Werkstatt machen lassen und ein Reifenpannenset mitnehmen. ‘Ne Notfall-Apotheke inkl. Zeckenzange (im Sommer) kann auch nicht schaden.

Road Trip Norwegen
Foto: © Flightseeing.de

3. Wie funktioniert das mit den Fähren in Norwegen und geht das so einfach mit dem Auto?

Du kannst dich entspannen, die Fährfahrten sind in Norwegen das Normalste der Welt. Ich habe ca. 15 Fährfahrten auf meinem Trip mitgemacht und es lief immer alles reibungslos ab. Im Sommer, zur Hochsaison, sollest du allerdings bestimmte Fähren möglichst im Voraus buchen, z.B. die Fähre von Puttgarden nach Rødby, die Fähre von Hirtshals nach Kristiansand und die Lofotenfähre von Bodø nach Moskenes. Bei den kleineren Fähren kann man spontan aufschlagen und wird meist direkt mitgenommen. Lediglich ein oder zweimal mussten wir 20 min. warten bis die Fähre zurückkam und erneut übersetzte.

Die Fährzeiten kannst du bequem über’s Internet abrufen und die Tickets gibt es direkt vor Ort (Kartenzahlung möglich). Apropos Internet: Ich empfehle dir auf jeden Fall Internet zu kaufen, denn das hat uns so manches Mal echt den Hintern gerettet. Gerade wenn es um die Navigation, die Fährzeiten oder einfach die Suche nach dem nächstgelegenen Supermarkt geht. Internet lohnt sich in solch abgelegenen Gebieten immer. Aber nicht streamen, sondern lieber die Natur genießen! (;

Die Verbindung ist dazu in Norwegen ziemlich gut – Highspeed Internet, selbst auf der kleinsten Insel, ist keine Seltenheit.

Kleiner Tipp für die Fährfahrten: Schaltet euer Internet lieber aus, denn auf See gilt ein anderer Preis, dann kann schonmal sehr kostspielig werden (2€ für 200 kB).

Road Trip Norwegen
Foto: © Flightseeing.de

4. Wie läuft das mit den Mautgebühren ab?

…noch viel entspannter als mit den Fähren!

Alles was du tun musst ist dein Fahrzeug vor der Fahrt online unter https://www.epcplc.com/register zu registrieren. Die Mautstationen scannen dein Kennzeichen automatisch, wenn du vorbeifährst und ca. 3 Monate später erhältst du per Mail eine Rechnung. Das war’s auch schon. Die Kosten sind für norwegische Verhältnisse vollkommen ok. Als Vergleich, wir haben für 5.000 km Fahrt in Norwegen etwa 100 € bezahlt.

5. Brauch ich eine extra Auslandskrankenversicherung oder sogar einen Reisepass?

Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) kannst du bis zu 6 Wochen europaweit medizinische Leistungen erhalten. Solltest du privat versichert sein, erkundige dich am besten nochmal bei deiner Krankenversicherung inwieweit das auf dich zutrifft.

Besucher aus den Schengen-Ländern benötigen weder Reisepass noch Visum um einzureisen, dazu gehört auch Deutschland. Somit reicht ein gültiger Personalausweis völlig aus. Die Ausnahme bildet die Inselgruppe Spitzbergen. Nähere Infos dazu findet ihr hier.

Road Trip Norwegen
Foto: © Flightseeing.de

 6. Wie sieht es aus mit Kartenzahlung/Bargeld?

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass du (fast) überall mit (Kredit)Karte zahlen kannst, zumindest in den dicht besiedelten Gebieten. Solltest du vorhaben weiter in den Norden zu reisen, empfehle ich dir unbedingt Bargeld mitzunehmen. Kiosks, Restaurants und Campingplätze nehmen in den nördlichen Regionen oft nur Bares. Ich kann euch die Kreditkarte der DKB sehr ans Herz legen. Ich benutze sie selbst schon seit Jahren auf Reisen, kann damit weltweit kostenlos abheben und hatte noch nie Probleme.

 7. Welche günstigen Unterkunftsmöglichkeiten gibt es neben Camping?

Die günstigste Unterkunft ist natürlich das eigene Auto. Dank des Jedermannsrechts dürften wir an den schönsten Plätzen übernachten, ohne auch nur 1 Cent zu zahlen. Wir haben tatsächlich 80% der Zeit im Auto geschlafen um Kosten zu sparen. Die restlichen 20% haben wir in Airbnb’s (was sehr gut in Städten wie Trondheim, Bergen, Alesund etc. funktioniert) und Camping-Hütten verbracht. Die Abwechslung macht’s!

Eine schöne norwegische Holzhütte bekommt man schon zwischen 35 und 65 Euro die Nacht, je nach Region. Im Norden ist es weitaus günstiger, da sich dort weniger Touristen aufhalten. Meist sind diese Hütten für 2-4 Personen ausgelegt. Übrigens gibt es an vielen Campingplätzen sogenannte ,,Kassen des Vertrauens’’. Da der Campingplatz nicht 24/7 besetzt werden kann, wird man gebeten das Geld für die Hütte bzw. den Camping-Spot in eine Box zu packen. Die Norweger haben anscheinend Vertrauen an das Gute im Menschen – eine schöne Erfahrung.

Road Trip Norwegen
Foto: © Flightseeing.de

8. Jetzt mal Hand auf’s Herz, wie teuer ist die Verpflegung in Norwegen?

…leider viel zu teuer, daher mein Tipp: Pack dir lieber eine Hose weniger ein, dafür aber eine Suppe und einen Eintopf mehr. Nimm unbedingt gutes Brot mit, denn deutsches Schwarzbrot wirst du da oben nicht finden und die Brötchen…naja sagen wir mal so…sind auch nicht das Wahre. Ab und an lohnt es sich auf die Tankstellen-Angebote zurückzugreifen. An den Imbissen gibt es öfters Pølse-Schnäppchen. Pølse ist eigentlich nichts anderes als ein Wiener Würstchen. Zwar nicht unbedingt gesund aber günstig und super für den kleinen Hunger zwischendurch.

Überraschung: Alkohol ist in Skandinavien seeehr teuer, kauf am besten das Nötigste in Deutschland ein. Damit fährst du am besten! Die Amateur- und Profi-Angler unter euch sollten unbedingt eine Angelrute mitnehmen, denn frei angeln ist in Norwegen erlaubt.

Solltest du nicht die Möglichkeit haben vor deinem Trip in Deutschland einzukaufen, fahr nach Dänemark und kauf da ein. Sollte das auch nicht gehen, fahr nach Schweden und kauf da ein – alles ist günstiger als ’ne norwegische Shopping-Tour!

Ein weiterer Tipp, den ich dir mitgeben möchte sind die kleinen Stände mit regionalem Obst und frischen Früchten, welche du überall verteilt am Straßenrand findest. Hier kommt die Kasse des Vertrauens wieder ins Spiel, denn die meisten Stände sind unbewacht und frei zugänglich.

Die Norweger sind uns in Sachen Vertrauen einfach um einiges voraus.

Road Trip Norwegen
Foto: © Flightseeing.de

9. Welche Routen sollte ich mir nicht entgehen lassen?

Puh, schwer zu sagen…Ich bin schon immer ein großer Fan von Küstenstraßen gewesen, daher sind diese Strecken meine absoluten Highlights:

Trondheim – Tromsø, immer der Küste entlang

Bergen – Kristiansand (Atlantic Ocean Road)

Lofoten: Moskenes (Lofoten) entlang der E10, die 85 hoch nach Andenes und die Strecke entlang der 86 auf Senja

Hol dir auf jeden Fall eine große Landkarte und mal dir alle Routen auf, dann hast du einen groben Überblick und eine tolle Erinnerung an die Reise.

Auf Visit Norway findest du außerdem eine tolle Übersicht aller Landschaftsrouten in ganz Norwegen inkl. Bilder und was dich auf der Tour erwartet.

Road Trip Norwegen

10. Gibt es sowas wie die perfekte Reisezeit?

Nicht wirklich.

Norwegen ist zu jeder Jahreszeit sehenswert. Die meiste Entscheidungsfreiheit und das ,,schönste’’ Wetter hast du allerdings im Sommer – logisch. Im Winter sind einige Straßen unpassierbar und man muss mit der Kälte klarkommen. Wir sind im Juli gefahren und waren echt zufrieden mit dem Wetter. Obwohl das Wort ,,Sommer’’ in Norwegen sehr breit gefächert ist. Wir hatten von 7 bis 32 Grad alles dabei! Schnee, Regen, Sonne, Hagel – man muss mit allem rechnen. Es gibt sogar ein Bild von mir, wo ich im kurzen Playsuit eine Schneeballschlacht mache. Ja an dem Tag hat das Wetter echt verrückt gespielt, aber das macht doch ein Abenteuer aus, oder?

Eine besondere Reisezeit ist zwischen Juni und August, denn je nach Region wird es in dieser Zeit nicht dunkel. Grund dafür ist die Mitternachtssonne. Auf unserer Tour sind wir stets mit der Mitternachtssonne gefahren und durchlebten dementsprechend 2,5 Wochen lang keine Dunkelheit – was für ein cooles Erlebnis! Es fällt einem viel leichter morgens aufzustehen und man ist durch die ständige Helligkeit viel besser gelaunt.

Was in den Sommermonaten auf keinen Fall in deinem Koffer fehlen darf: Mückenspray (nur für den Fall); ein ordentliches Paar Wanderschuhe (wer hätte gedacht, dass ich mal wandern gehe und das gleich dreimal: Trolltunga, Besseggen und Torghatten); Funktionskleidung im Allgemeinen und viele Zwiebellooks (das Wetter kann sich im Stundentakt ändern)

Road Trip Norwegen
Foto: © Flightseeing.de

Nochmal ganz lieben Dank an Flightseeing für das wunderschöne Bild- und Videomaterial! Die Aufnahmen sind echt der Wahnsinn, da möchte man sofort die Tasche packen, alles hinter sich lassen und ins norwegische Abenteuer eintauchen.

Ich hoffe, diese Tipps helfen dir bei der Vorbereitung und wünsche dir eine super schöne Zeit in diesem atemberaubenden Land!

Bei Interesse, kann ich auch gerne nochmal eine Packliste erstellen mit dem wichtigsten Road Trip-Equipment für die perfekte Reise! …Schreib’s mir in die Kommentare und ich würde mich natürlich freuen wenn du deine Road Trip Erfahrungen mit mir teilst. Wo warst du schon überall und was waren deine Highlights?

Ich bin schon gespannt wo mich mein nächster Road Trip hinführen wird, ich sollte mal langsam anfangen zu planen (:

Fühl dich gedrückt ♥ Sarah

P.S. Wer schon immer mal die Polarlichter sehen wollte, aber nie die Gelegenheit dazu hatte – der sollte hier unbedingt reinschauen!